Für wen ist der Verein Marli Bossert Stiftung?

 

Für Menschen im besten Alter. Und alle Menschen. Es ist nämlich nie zu früh, für den Ruhestand vorzusorgen. Die meisten denken, wenn überhaupt, nur an finanzielle Aspekte. Jeder sollte allerdings auch für die ideelle Rente vorsorgen und rechtzeitig Interessen und Kontakte außerhalb des Berufs entwickeln – um auch im Alter in die Gesellschaft integriert zu sein und aktiv zu bleiben.

 

Warum heißt der Verein 'Stiftung'?

 

Für eine 'echte' Stiftung hat das Geld nicht gereicht, aber der Name Marli Bossert Stiftung gibt das Konzept wieder, dass nämlich alle Einnahmen, die die Organisation bekommt, für den gemeinnützigen Zweck verwendet werden. Es gibt tatsächlich ziemlich viele 'Stiftungen', die eigentlich eingetragene Vereine sind.

 

Warum hast du die Organisation gegründet?

 

Weil ich mir selbst wünsche, dass es etwas wie die Marli Bossert Stiftung gibt. Wo ich als Kreative auch im Alter Arbeiten veröffentlichen oder Projekte verwirklichen kann, die für mich wichtig sind, und neben der Werbewirkung auch ein Honorar möglich ist.

 

Es ist in keiner Lebensphase leicht, als Selbstständige/r ein Auskommen zu haben, aber im Alter wird es noch schwieriger. Ich kenne viele Selbstständige, die ein Zubrot zur dürftigen Rente brauchen, und mir wird es auch mal so gehen – das ist sicher.

 

Ich habe keine Familie zu versorgen und keine Arbeit, die mich ständig voll beansprucht, aber viel Erfahrung mit Kommunikation und Marketing. Ich kann also das meiste selbst machen, ich kann dieses Unternehmen gründen, ohne viel zu investieren (außer meiner Zeit) und zu riskieren. Es ist sozusagen mein Baby, das mich momentan schlaflose Nächte kostet, aber irgendwann wird es laufen lernen und vielleicht wird es mich mal unterstützen.

 

Mit einem gemeinnützigen Verein kann man doch kein Geld verdienen?

 

Der Verein darf keinen Gewinn machen, das stimmt, aber ich darf für ihn tätig sein. Ohne dafür üppige Honorare zu bekommen, aber wenn's als Basis zum Leben reicht, ist das genug Motivation für den Aufwand.

 

Was noch wichtiger ist: dass es unglaublich viel Spaß macht, so ein großes Projekt zu konzipieren und zu sehen, wie es wächst. Dabei wunderbare Menschen jeden Alters kennenzulernen, gemeinsam immer neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Bei der Menge an Themen wird es nie langweilig werden.

 

Warum das Online-Magazin eigenleben.jetzt?

 

Ein Magazin ist ein super Medium, wenn viele Menschen viele Themen vorstellen und viele Menschen damit erreichen wollen. Magazine inhaltlich zu entwickeln und ansprechend zu gestalten war schon immer meine Leidenschaft, das ging von Reise- und Kinozeitschriften über Kunden- und Mitarbeiter-Magazine bis zuletzt zum Jubiläumsmagazin für das Max-Planck-Institut für Physik.

 

Das Web bietet noch mehr Ausdrucksmöglichkeiten als gedruckte Publikationen: im Online-Magazin gibt es auch Filme und Sachen zum Anhören, nicht nur Texte und Bilder. Gerade für Ältere kann das ein Vorteil sein.

 

Wie werden Ältere erreicht, die nicht online sind?

 

Die besten Themen und Beiträge möchte ich natürlich gerne auch auf Papier herausgeben, so oft das Budget es zulässt.

 

'Zum Anfassen' wird es regelmäßige Veranstaltungen geben: Beim »eigenleben.jetzt/Salon« stellen wir Interessierten das Projekt vor und vermitteln in Workshops von erfahrenen Profis wertvolles Wissen, wie man Medieninhalte besser erstellen kann – Texte, Interviews, Blogs, Fotos, Videos, Podcasts. …

 

Außerdem planen wir ein Festival: ein großes Fest zum Kennenlernen, zum Austauschen und Vernetzen mit anderen. Hier werden ausgesuchte Werke und Talente unserer Mit-Macher/innen vorgestellt und mit Familie und Freunden gefeiert. Am liebsten ein Sommerfest – mal sehen, ob das in 2018 klappt.

 

Was kann im Magazin veröffentlicht werden?

 

Thematisch sind den Beiträgen keine Grenzen gesetzt, es soll behandelt werden, was die Macher/innen bewegt und interessiert. Das Wissen und die Erfahrung der Älteren hat hier eine Plattform. Die Macher/innen sind die Nutzer/innen selbst. Wie eine Schülerzeitung, gemacht von den jungen Leuten von gestern.

 

Außerdem werden im Magazin die Projekte journalistisch begleitet, die von den aktiven Damen und Herren umgesetzt werden: Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Workshops, Seminare etc.

 

Wer entscheidet, was gemacht oder veröffentlicht wird?

 

Die Redaktion besteht aus freien (Ex-)Profis, die viel Erfahrung in verschiedenen Bereichen haben: Text, Bild, Film, Ton, Musik, Kunst, Design, Architektur, … Sie wählen aus, was thematisch interessant ist und helfen bei Bedarf bei der Erstellung von Inhalten für das Magazin.

 

Ein Magazin zu machen ist teuer. Woher kommen die Mittel?

 

Von Mitgliedsbeiträgen und Spenden, Zuwendungen und Fördergeldern für den Verein. Über das Magazin können wir Anzeigen verkaufen (thematisch passend, da sind wir eigen!) und Sponsorings ausarbeiten. Außerdem sind viele Kooperationen in Planung, die allen Beteiligten mehr Reichweite bringen. Geplant sind auch Verkäufe von Produkten (Möbel, Accessoires, Mode etc.), die für die Zielgruppe interessant sind. Ich träume da von einer eigenen eigenleben-Marke ...

 

Warum gerade jetzt?

 

'Zufall' 1: Ich durfte in den letzten Jahren einige wunderbare Menschen kennenlernen, die ihre Zeit im Alter nutzen um aktiv und kreativ zu sein. Diese Menschen und ihre Werke wollte ich gerne vorstellen und brauchte dafür eine passende Plattform.

 

'Zufall' 2: Ein Vorkommnis im engsten Umfeld machte mir klar, dass der Übergang von der Berufstätigkeit zum Ruhestand schwierig sein kann. Schnell gerät man in eine Sinnkrise, hat das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Wenn dann auch noch das persönliche Umfeld kleiner wird, ist jede Art von Motivation wichtig, um ein aktiver Teil der Gesellschaft zu bleiben.

 

'Zufall' 3: Marli und Anne,vor langer Zeit.Ein weiteres Mosaiksteinchen war der Tod meiner Großmutter im Frühjahr (an meinem Geburtstag). Mein Anteil an ihrem Nachlass ist das Startkapital für die Marli Bossert Stiftung. Ich habe sie nach meiner lieben Omi benannt, weil Marli immer, selbst unter widrigsten Umständen, die Sonnenseiten des Lebens sah (darum auch das viele Gelb, ihre Lieblingsfarbe).

 

So empfinde ich den Namen Marli Bossert ein gutes Omen für eine Organisation, die Menschen dabei helfen will, die Sonnenseiten des Lebens zu sehen, auch wenn's mal schwierig ist.

 

Dezember 2017

 

 

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